Prinz PI LIVE

// März 22nd, 2010 // News

Prinz Pi Live in Leipzig

Datum: Donnerstag, 25.03.2010

Zeit: 22:30 Uhr

Eintritt: VVK: 12 Euro, AK: 15 Euro

Location: Distillery, Kurt-Eisner-Str. 108, 04275 Leipzig

Haltestelle: Karl-Liebknecht/Kurt-Eisner-Straße, Linie N9,N10

Veranstalter: Distillery

Internet: www.distillery.de

LineUp/ Specials: PRINZ PI + Support: DJ SICSTYLE

Das „Porno“ ist Vergangenheit und wurde durch die vor kurzem erst auf 2,7 Billionen Nachkommastellen berechnete Kreiszahl Pi ersetzt. Nicht ganz von ungefähr – gehört Prinz Pi doch als Abiturient und durch seine kritischen Texte zur intellektuelleren Schiene im Deutsch-Rap. Viele begründen diesen, für heute bekannte Untergrundkünstler aus Berlin untypischen Werdegang, mit dem Einfluss seiner meist wohlhabenden Mitschüler, die früh seine Themen geprägt haben. Letztlich war es vielleicht auch nur die Idee sich von der Vielzahl an MCs in Berlin irgendwie abzuheben.

Dabei ist die Entwicklung fast schon klassisch. Ein Schulfreund zeigte ihm die Szene, über Graffiti lernte er Smexer – später zusammen mit Kobra Teil der Beatfabrik – und erste Tapes auf Mikrokosmos, später das berühmte Royal Bunker kennen. Sich am selbstgefälligen Treiben der Berliner Szene zu beteiligen, lag aber nie im Interesse von Pi. Eher verschloss er sich und arbeite viel mit Justus Jonas von M.O.R. an kritischen, fast verbitterten Songs. Geschadet hat es ihm keineswegs, denn nach „Teenage Mutant Horror Show“ (2005) und dem im selben Jahr erschienenen Mixtape „Zeit ist Geld“, entstand 2006 mit „Donnerwetter“ die bis dahin beste und zugleich erfolgreichste Prinz Pi Release. Doch selbst dieser Hype ist eher zweitrangig.

Seit 2002 studiert Friedrich Kautz, so Prinz Pi’s bürgerlicher Name, Kommunikationsdesign und unterbrach seine „Rapkarriere“ Anfang 2004, um sich mehr dem Studium und seiner Freundin zu widmen. An seiner Produktivität hat sich trotzdem nicht viel geändert. Heute ist Pi auch sozial engagiert. 2008 flog er gemeinsam mit anderen Künstlern nach Tansania, um an der „Virus Free Generation HipHop“-Tour teilzunehmen. Ziel des Projektes war es, zusammen mit Jugendlichen aus Afrika Songs zur Aids-Aufklärung aufzunehmen.

Ein weiterer wichtiger Schritt war mit seinem Album „Neopunk“ 2008 der Weg zum Major-Label. Dadurch bekam er eine wichtige mediale Öffentlichkeit, die letztes Jahr wieder ihr Ende fand. Offiziell wegen der Geburt seiner Tochter. Im selben Atemzug gründete er dann gleich sein Label „Keine Liebe Records“ in Anlehnung an den Song „Keine Liebe“. Dieser stammte von seinem ersten Royal Bunker-Album „Porno Privat“, das ihn 1998 schlagartig in Berlin bekannt machte. Mit „Teenage Mutant Horror Show 2“ gelang ihm 2009, auch ohne Major, seine bisher beste Chartplatzierung (Rang 45).

Nimmt man Prinz Pi’s erste offizielle Veröffentlichung stellt man fest, dass er seit 12 Jahren Teil der deutschen Rapszene ist. Darüber hinaus dürften es noch ein, zwei Jahre mehr sein, in denen er an seiner Auffassung der Musikrichtung gearbeitet hat. Denn, wenn es eine Sache gibt, die ihn auszeichnet, dann ist es die Arbeit. Er ist kein Klischeekünstler, obwohl er in der Schublade des Conciouse-Raps durchaus berechtigt eingeordnet wird. Allerdings setzt er sich deutlich von vergleichbaren Künstlern auf seinem Niveau ab, wie zum Beispiel Curse. Er ist, auch wenn er sich seiner Verantwortung und Möglichkeiten bewusst ist, immer noch der junge Wilde – ein Neopunker eben.

Text: Scientist

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